Erfahre die aktuellen Insider-Regeln der Branche — und verstehe, warum selbst geniale Ideen so oft abgelehnt werden.
Die knallharte Wahrheit ist leider: Eine geniale Idee reicht nicht. Denn die Produktion kauft am Ende nicht nur eine Idee — sie kauft vor allem die Fähigkeit des Autors, diese Idee in großartige Drehbücher umzusetzen. Das musst du beweisen.
Und das ist eine Chance! Schreib die schönsten, lustigsten oder traurigsten Dialoge und zeige damit deine Qualität von Dialog, Tonalität und Figurendynamik.
Wir wissen als Drehbuchautoren alle, dass sich in einem Pitch oder Konzept etwas schnell behaupten lässt, aber ob es wirklich auch funktioniert, zeigt die Dialogprobe.
Lieber länger als kürzer — am besten die komplette erste Folge! Ich bin mir sicher, dass ich meine Serie „Viktor bringt’s“ mit Moritz Bleibtreu nur deshalb an Amazon verkauft habe, eben weil ich schon den kompletten Piloten geschrieben hatte.
Viele denken: »Erst Erfolg, dann Agentur.« Aber es ist genau umgekehrt.
Agenturen fungieren als Gatekeeper und Qualitätsfilter. Eine Einsendung über eine renommierte Agentur wird von Produzenten fundamental anders wahrgenommen als ein unaufgefordertes Manuskript.
Das ist strategisch und zeigt: Du verstehst das Business — nicht nur das Handwerk.
Gute Agenturen suchen immer gute Autoren. Dein erster Schritt ist also nicht das Finden einer guten Produktion, sondern das Finden einer guten Agentur. Überzeuge sie mit deiner Idee, dann überzeugst du mit der Agentur im Gepäck leichter Produktionen.
Jetzt kommt der Psychologie-Shift: Es geht nicht mehr darum, was du sagen willst — sondern darum, wie die andere Seite denkt und was sie erwartet. Der Fehler ist, ein Pitch-Dokument aus der reinen Erzählperspektive zu schreiben, anstatt es strategisch so aufzubauen, dass es die entscheidenden Fragen und potenziellen Ablehnungsgründe eines Produzenten oder Redakteurs entkräftet.
Entscheider suchen bei der Flut an Einreichungen immer nach Gründen, ein Projekt schnell aussortieren zu können. Ein Pitch-Deck, das die unausgesprochenen Fragen (z.B. „Was ist daran neu?“, „Was ist der Motor?“, „Warum dieser Autor?“) nicht sofort und überzeugend beantwortet, liefert genau diese Ablehnungsgründe und macht es dem Leser leicht, „Nein“ zu sagen.
Lerne, dein Serien-Konzept als Sales-Tool zu sehen, nicht als künstlerisches Statement.
Wenn du wissen willst, welche Fragen das im Detail sind, dann schau dir gern einmal meine SeriesPitch-App an, die dich durch einen genauen Prozess mit allen Kernfragen für Amazon und Netflix automatisch durchführt.
Dein Pitch-Dokument ist auch ein visuelles Sales-Tool. Schriftgröße, Zeilenabstand, Absätze — wenn das Auge nicht sauber geführt wird, ist das Lesen anstrengend. Und dann liest man oft nicht weiter oder überfliegt alles nur. Beides ist gleich tödlich. Ein schlecht formatiertes Dokument signalisiert: Dieser Autor kommt nicht aus der professionellen Welt.
Ein angenehm lesbares Dokument signalisiert: Dieser Autor kommt aus der professionellen Welt.
Hier kannst du dich sofort von 90% aller Einsendungen abheben. Praktisch, sofort umsetzbar.
Schreib mir eine Nachricht, und ich schicke dir gern meine Vorlage, die ich für meine Serien-Konzepte als Ex-Werber und Kommunikationswissenschaftler verwende.
Hier geht’s knallhart ums Geld. Mal wieder. Das wissen nur die wenigsten.
Eine Staffellänge von z.B. 6 Folgen à 25 Minuten zu pitchen, die kreativ Sinn ergibt, ist aus kaufmännischer Sicht für Produzenten und Sender oft unattraktiv. Weil: Die Budgetierung von Serien basiert maßgeblich auf einem „Preis pro Minute“ der ganzen Staffel.
Da jede Produktion hohe Fixkosten hat, die sich auf die Gesamtminutenzahl verteilen, treibt eine zu kurze Staffel den Preis pro Minute in eine unwirtschaftliche Höhe. Das schafft eine kaufmännische Hürde und genau die will niemand. Also wenn 6 Folgen, dann lieber 45 Minuten pro Folge. Oder eben 8 Folgen à 25 Minuten. Und schon rechnet sich wieder alles schön und alle sind glücklich.
Es geht nicht nur um Story, sondern um Minuten und Budgets. Die Minutenzahl bestimmt die Dramaturgie — und ob sich das Paket für den Sender rechnet.
Das ist der dramaturgisch anspruchsvollste Punkt — und die schwierigste Nuss. Denn wenn früher die Zuschauer einer ersten Folge noch mehr Zeit gegeben haben, so klicken sie heute bei erster Langeweile schneller weg, als du „Zefix no mal!“ sagen kannst.
Alles muss heute schneller und klarer verhandelt werden: Um was geht es wirklich in der Serie, was sind die horizontalen Konflikte und warum sollte – nein muss! – der Zuschauer unbedingt weiter gucken? Oder anders gesagt: Binge, baby!
Die Streamer-Logik heißt: Horizontale Erzählung, Cliffhanger, Binge-Watching. Das ist keine Option, das ist heute Pflicht.
Die knallharte Frage, die du dir immer wieder stellen musst, ist: Warum sollen die Zuschauer weitergucken? Was treibt den Plot oder die Figuren-Konflikte Folge für Folge an?
Das ist der emotionale Höhepunkt — und der härteste Schlag: Du kannst alles richtig machen und trotzdem scheitern. Unfair? Absolut. Ich hasse diesen Punkt selbst am meisten.
Die Wahrheit ist: Sender haben konkrete Sendeplätze, für die sie suchen, Produktionen haben konkrete Vorstellungen von Stoffen, die sie gerade machen wollen. Eine Idee, die nicht zum aktuellen Markt passt, wird also abgelehnt — egal wie gut sie ist. Zumindest erst einmal.
Aber es gibt auch eine Chance: Du hast mit deinem Serien-Konzept bewiesen, was du kannst. Und ein exzellenter Pitch für das „falsche“ Projekt kann dazu führen, dass die Produktion dich direkt für etwas beauftragt, das gerade auf ihrem Tisch liegt. Das ist mir schon mehr als einmal passiert.
Mach alles richtig (Punkte 1–6), dann wird dein Talent, dein Können und dein Handwerk gesehen — auch wenn dieser eine Pitch nicht klappt. Bleib dran, zeig was du kannst. Selbst eine Absage kann der Anfang von etwas Größerem sein.
Du kennst die 7 größten Pitch-Killer, du weißt, wie Produzenten denken, was sie erwarten, und woran viele Autoren scheitern.
Der nächste Schritt: Bau dein Serien-Konzept jetzt richtig auf — mit meinen Tools, mit denen ich selbst arbeite: